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04. Jun. 2018

Zum Stand des Zubaudeckels April 2018

 

Mit dem EEG 2014 wurde der sogenannte Flexdeckel eingeführt und die deutschlandweite Förderung der Flexibilisierung von Biogasanlagen - die Flexibilitätsprämie - auf insgesamt 1,35 GW begrenzt. Die Prämie wird nur bis zum Erreichen dieser Grenze gewährt. Meldet die Bundesnetzagentur, dass diese Grenze erreicht wurde, werden lediglich Meldungen bis zum nächsten Monatsende anerkannt. Deshalb ist es für jeden Betreiber, der über die Flexibilisierung nachdenkt oder sie konkret plant, notwendig den aktuellen Status des Zubaus zu beobachten.

Stand 28.05.2018 sind bei der BNetzA die bis 30.04.2018 eingegangenen Daten verarbeitet und ausgewiesen.

Entwicklung der Nutzung des Flex-Prämienzubaudeckels

Für nur etwas über 14.000 kW wurde im April neue Flexibilitätsprämie beantragt. Das ist das nun bereits das zweite Mal nach Oktober 2017, dass der Monatszuwachs geringer als der des Vorjahres ausfällt. Das könnten erste Anzeichen sein, dass die Kapazitäten der BHKW-Lieferanten begrenzt sind. Es sind nun 47,1% des Deckels verbraucht, jeder Betreiber, der sich Gedanken zum Ausbau seiner Anlage macht, muss den Deckel beobachten.

Quelle: http://www.bundesnetzagentur.de/


WIE LANGE WIRD DER DECKEL NOCH REICHEN?

Eine Analyse anhand des Verlaufs

Betrug der Zuwachs 2016 noch fast 190% und 2017 immerhin noch 160%, sind es die letzten 12 Monate 146% gewesen. Das bedeutet zwar, dass stets mehr Biogasanlagen in die Flexibilisierung gehen als das Jahr zuvor, aber der "galoppierende" Anstieg ist gebremst. Kritisch bleibt es jedoch trotzdem, insbesondere wenn lange Genehmigungszeiten und lange Lieferfristen der BHKW-Hersteller zusammenfallen.

Die linke Grafik zeigt den pessimistischen Fall, einen Anstieg um 50% alle 12 Monate. Durch diesen exponentiellen Zuwachs wäre der Deckel bereits gegen Ende 2019 ausgeschöpft. Nimmt man hingegen den durchschnittlichen Zuwachs der letzten Monate an, bleibt der Deckel bis Mitte 2020 bestehen (rechte Grafik). Nicht betrachtet wird hierbei der Effekt, dass der Deckel bei der bisherigen EEG-Regelung gar nicht vollständig ausgeschöpft werden kann.

Prognosen zur weiteren Entwicklung des Zubaudeckels

Auf Grund der mittlerweile immer länger werdenden Liederzeiten beginnen erste Betreiber zu zögern.

Erste Lieferanten vermelden 50 Wochen Lieferzeit auf gewisse BHKW Baureihen. Die Reaktion der Betreiber, die daraufhin von der Beauftragung absehen, ist verständlich. Bisher ist auch noch kein Entgegenkommen der Hersteller auf die drohende Situation, dass der Flex-Deckel vor Inbetriebnahme aufgebraucht sein könnte, vernehmbar. So werden flexibilisierungswillige Betreiber in Zukunft nicht das eigentliche Wunsch-BHKW bestellen, sondern dasjenige ordern, dass rechtzeitig geliefert werden kann und – so der Wunsch vieler – auch noch vernünftige Konditionen für einen verlängerten Rücktritt hat.

 

Das EEG verhindert ein vollständiges Ausschöpfen des Flex-Deckels.

Auf Grund der Konzeption des Flex-Deckels im EEG wird der Deckel niemals zu Ende ausgeschöpft werden können. Es ist sogar damit zu rechnen, dass ein deutlicher Teil ungenutzt bleibt. Denn ist die Grenze von 1,35 GW erreicht, können nur mehr die Flexibilisierungen des Folgemonats für die Prämie eingereicht werden. Und diese Frist ist - so praxisfern wie sie ist – bisher nicht geändert worden. Es bleibt nun zu hoffen, dass die BHKW-Hersteller und –Lieferanten auf diesen Umstand durch passende Konditionen eingehen oder der Gesetzgeber das Konstrukt des Flex-Deckels ändert. Ansonsten werden die Auftragsbücher demnächst kaum mehr gefüllt werden.

 

Prüfen Sie die Abrechnung Ihres Direktvermarkters

Kontrollieren Sie rechtzeitig Ihren Direktvermarkter, ob er Ihnen eine echte bedarfsgerechte Stromerzeugung anbietet. Alle Angebote unterstützen den Betreiber lediglich bei der Wahl der besten Stunden, lassen aber die Entscheidung, die Verantwortung und somit das Risiko vollständig beim Betreiber. Beachten Sie zudem im neuen aber insbesondere auch im bestehenden Vertrag, wie die Marktprämie („Managementprämie“) verrechnet wird. Viele Direktvermarkter weisen die 0,2 ct/kWh unter der „Mehrerlösen“ aus und beschönigen dadurch den eigentlichen Erfolg, der überwiegend auf den Einnahmen aus Regelenergie basiert. Rechnet man diese Prämie aus den Erlösen der Direktvermarkter raus, bleibt unterm Strich bei den meisten Betreibern kaum mehr etwas übrig.
Denn die Regelenergie ist ein Auslaufmodell.

 


Regensburg, 05.06.2018
Christian Dorfner



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